WordPress Google Fonts erklärt

Die Nutzung von Schriftarten, die nicht automatisch eine Konformität mit den geltenden Datenschutzbestimmungen mit sich bringen? „Heikel“ würden manche urteilen. Doch sobald man die Vorteile von Google Fonts aufzählt, lässt sich die Attraktivität in ihrer Implementierung nicht leugnen.

Allen voran steht dabei die unfassbar große Auswahl an Schriftarten, die die Augen von Webdesignern strahlen lässt: Mehr als 1500 Fonts in verschiedenen Schriftschnitten stehen Usern zur Verfügung – und das auch noch kostenlos und lizenzfrei. Vorbei die Zeiten, in denen man jede einzelne Variation für teures Geld kaufen musste.

Einmal heruntergeladen, lassen sich Google Fonts zudem perfekt in jede WordPress Website einbinden – schließlich versteht Google sein Handwerk. Somit sind alle Schriften automatisch weboptimiert.

Für Sie ist doch nicht das richtige dabei oder Sie sehen Optimierungsbedarf? Dann können Sie Ihre Anmerkungen dank der Open-Source-Community kundtun und selbst aktiv werden: Wie der Name schon sagt, sind Google Fonts Open Source Fonts, sodass Entwickler und Designer zur Verbesserung beitragen oder sogar eigene Schriftarten konzipieren können.

Leitfaden zur Integration von Google Fonts in WordPress

Google Fonts - Wo liegt das Problem?

  • Laden von Google-Servern in EU nicht DSGVO-konform
    Google Fonts Situation ist anders: Diese Schriften werden automatisch über Google-Server außerhalb der EU geladen, was europäische Datenschutzvorschriften verletzt. Google überträgt personenbezogene Nutzerdaten inklusive IP-Adressen, Browser-Informationen und Nutzungsverhalten ohne explizite Nutzerzustimmung direkt auf USA-Server. Diese Praxis schafft schwerwiegende DSGVO-Verstöße für alle europäischen Websites, die gesetzlich verpflichtet sind, Besucherprivatsphäre zu schützen und unzulässige internationale Datenübermittlungen zu verhindern.
  • DSGVO? Erfahrene Profis kennen sie bereits
    Erfahrene Profis kennen DSGVO gut. Webseiten-Neulinge begegnen ihr ständig - sie wird ständiger Begleiter. DSGVO = Datenschutz-Grundverordnung schützt Internetnutzerdaten. Neueste Regelungen verlangen Cookie-Banner die über erfasste Daten (IP-Adressen, Sessiondauer, Klickverhalten) informieren. "Ablehnen"-Klick blockiert alle Datenspeicherung. Ohne aktive Zustimmung funktioniert nichts: Cookie-Banner plus Datenschutzerklärung bietet vollen rechtlichen Schutz.
  • USA-Datentransfer – problematisch und rechtswidrig
    Nach EU-Definition gilt USA als Drittland mit unzureichendem Datenschutzniveau. US Cloud Act Gesetzgebung erlaubt amerikanischen Behörden Zugriff auf Daten US-Firmen wie Google - auch außerhalb USA-Territorium. An USA übertragene Daten werden potenziell von US-Regierung zugänglich. Dies widerspricht direkt DSGVO-Mandat zum Schutz personenbezogener Daten im Europäischen Rechtsraum. Internationale Gerichtsurteile wiederholt umgestoßen.
Google Fonts lokal hosten: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Es bedarf einiger Schritte, Google Fonts lokal einzubinden oder zu hosten. Aber deshalb dürfen Sie nicht verzagen: Wir haben Ihnen im Folgenden eine Anleitung zusammengestellt, die Sie dabei unterstützt, Ihre Schriftarten erfolgreich DSGVO-konform einzubetten, ohne dass Sie auf Ihr präferiertes Design in WordPress verzichten müssen. Und vor allem, um Ihre User vor Zugriffen von Drittanbietern zu schützen und Ihre Privatsphäre sicherzustellen. Also los geht’s, kappen wir Ihre Verbindung zum Google Server!

1. Verwendete Google Fonts identifizieren

  • Via Plugin
    OMGF Plugin identifiziert Google Fonts einfach. "Optimize My Google Fonts" scannt Website automatisch nach extern geladenen Google Fonts von Google Servern. Kostenloses Download aus WordPress Verzeichnis. Erkennt automatisch fonts.googleapis.com und font.gstatic.com Aufrufe, bietet lokale Hosting Option für DSGVO Konformität durch Eliminierung externer Font Anfragen.
  • Via Quellcode
    Website Frontend öffnen und Ctrl+U drücken für HTML Quellcode. Nach "fonts.googleapis.com" und "font.gstatic.com" Referenzen suchen. Vom Theme geladene Google Fonts erscheinen direkt im Quellcode in derselben Zeile. Diese Methode zeigt exakt welche Fonts extern geladen werden ohne Plugins oder Theme Einstellungen Zugriff.
  • In den Einstellungen der verwendeten Themes
    Dashboard → Design → Customizer oder Theme Optionen → Typografie/Fonts Bereich. Häufige Google Fonts wie Roboto, Lato erscheinen in Theme Typografie Einstellungen. Alternative: Theme Editor → functions.php oder style.css Dateien → "fonts.googleapis.com" suchen um exakte Google Fonts Implementierung im Theme Code zu finden.
2. Google Fonts aus Plugins und Themes entfernen

So, nun haben Sie den Überblick, wie viele und vor allem welche Google Fonts in Ihrem Theme zu finden sind. Auf zu Schritt 2: Raus damit! Und das ohne Programmierer spielen zu müssen, denn technische Unterstützung ist zur Stelle: Das WordPress Plugin Disable and Remove Google Fonts hilft Ihnen dabei, die Schriften zu entfernen. Laden Sie das Plugin einfach herunter und lassen Sie es durchlaufen. Das Plugin löscht sämtliche Google Fonts von Ihrer WordPress Website, ohne, dass Sie selbst weitere Schritte unternehmen müssen. Die Basis für einen Neustart ist geschaffen! Aber natürlich gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! So sollten Sie nach der Nutzung des Plugins noch einmal gegenchecken, ob alle Google Fonts entfernt worden sind. Und das geht am besten in der Entwicklungskonsole. Gehen Sie in Ihrem WordPress Dashboard unter Design auf Customizer und wählen Sie dort ebenfalls die Tastenkombination Strg + U. Folgend öffnet sich die Entwicklungskonsole, indem sich alle Fonts einsehen lassen.

3. Benötigte Google Fonts herunterladen

Sie haben Ihre WordPress Website nun technisch vom Google Server getrennt, nun geht es daran, Ihren Fontstyle wiederherzustellen – schließlich möchten Sie künftig nicht die System Fonts Ihres Themes nutzen. Dafür laden Sie sich Ihre benötigten Schriften von Google Fonts direkt von der offiziellen Website herunter. Oder Sie nutzen das Tool Google Webfont Helper!

Styles auswählen oder ganze „Family“ herunterladen

Sie haben beim Download die Möglichkeit, einzelne Styles wie Regular, Kursiv oder Fett der jeweiligen Fonts oder die gesamte Font-Family herunterzuladen. Es empfiehlt sich dabei, nur die einzelnen Styles der Google Fonts zu einem Download-Paket zusammenzuschnüren, da sonst die Gefahr besteht, dass die Schrift-Dateien zu groß sind und unnötig viel Platz auf Ihrem Server einnehmen. Mit Ihren Notizen zu den Google Fonts, die Sie vorher in Ihrem style.css identifiziert haben, können Sie ganz einfach im Suchformular nach genau dieser Font suchen und sie direkt herunterladen.

Format anpassen und Fonts hochladen

Egal, welchen Weg Sie wählen: Alle Google Fonts laden Sie automatisch als TrueType-Schriftartendateien .tff herunter. Leider ist es jedoch nicht möglich, die Schriften in diesem Format auf Ihrem Server hochzuladen. Deshalb müssen Sie das Format entweder in .woff, .woff2 oder .eot konvertieren. Hier kommt wieder der Google Web Fonts Helper zum Einsatz. Über den kleinen Helfer können Sie alle gewünschten Schriftarten im passenden Font-Format downloaden. Sobald Sie die Fonts inklusive CSS-Code heruntergeladen sind, können Sie die Dateien auf den FTP-Server Ihrer Website laden. Achten Sie dabei darauf, die Schriften in einem Unterverzeichnis Ihres Child Themes mit dem Titel /fonts abzulegen oder im regulären fonts-Verzeichnis unter /wp-content/themes/fonts.

4. Google Fonts im Child Theme installieren

Last but not least, müssen Sie die auf Ihrem Server hochgeladenen Fonts in Ihrem WordPress Child Theme installieren. Leider reicht der Upload auf dem FTP Server nicht aus: So sind die Schriften zwar physisch auf dem Server verfügbar, aber weder WordPress oder der Browser wissen, dass die Fonts existieren oder wie sie diese verwenden sollen.

Somit müssen die Schriften für die Erkennung und Zuordnung installiert werden – und das nicht etwa im Parent Theme, sondern im Child Theme. Installieren Sie die Schriften nur im Parent Theme und nehmen somit Änderungen im style.css vor, werden diese bei einem Update überschrieben. Eine Installation im Child Theme schützt Sie somit davor, dass Ihre Anpassungen verloren gehen.

Bei der Installation Ihrer Google Fonts stehen Ihnen zwei Varianten zur Verfügung.

CSS herunterladen

Beim Download Ihrer Google Fonts können Sie auch das entsprechende CSS generieren. Dieser CSS-Code, den Sie auch aus dem Google Webfont Helper kopieren können, lässt sich dann in die style.css-Datei einfügen.

Dabei sollten Sie darauf achten, sicherzustellen, dass Sie den richtigen Zielpfad für die Schriftartendateien haben.

Dateipfade im CSS ersetzen und Childtheme aktualisieren

Nach der Implementierung des CSS-Codes müssen Sie in der CSS-Datei Ihres WordPress Child Themes den Schriften die gewünschten Elemente zuordnen.

Anschließend ist es wichtig, dass Sie das Child Theme aktualisieren. Ist dieser Schritt abgeschlossen, sollten Sie auch hier nochmals kontrollieren, ob die Google Fonts nun wirklich lokal eingebunden sind. Dafür lässt sich das Plugin Remover Google Fonts References installieren, welches noch vorhandene Google Fonts detektiert, nachdem Sie Ihren Cache gelöscht und das Plugin durchlaufen lassen haben.

Alternativ können Sie Ihre Website auch einer Überprüfung durch den Google Fonts Checker der Seite www.sicher3.de unterziehen. Geben Sie dafür einfach die URL Ihrer Website in den Checker ein, klicken Sie auf „überprüfen“ und warten Sie auf das Ergebnis.

Vorsicht bei Google Maps

Hach, es könnte alles so schön sein: Ihr Cookie-Hinweis läuft einwandfrei, Ihre Google Fonts sind lokal in WordPress eingebunden und die lästige Verbindung zum Google Server ist passé. Doch was ist das?! Da guckt doch schelmisch Google Maps um die Ecke!

Ja, Sie haben richtig gelesen – Google lässt sich nicht ganz so leicht ausbooten und hat bei seiner Applikation Maps noch ein kleines „Geschenk“ eingebaut, über das sich die DSGVO nicht freuen wird: Sofern Sie also Google Maps eingebunden haben, könnten Sie Probleme mit dem Datenschutz bekommen.

Grund dafür ist die Schrift Roboto, die standesgemäß für die Präsentationen in Google Maps genutzt werden und – Überraschung – vom Google Server geladen wird. Aber Gott sei Dank gibt es auch hierfür eine Lösung. Zwar lässt sich diese eine Google Font nicht lokal in WordPress einbinden, aber im Handumdrehen freundlich zur Tür hinaus begleitet werden. Wie? Indem Sie die Datei /js/norobotofontbymaps.js im entsprechenden Verzeichnis des Child Themes erstellen und folgenden Code in die Date übernehmen:

¡var head = document.getElementsByTagName('head')[0];//Save the original method
var insertBefore = head.insertBefore;
// Replace it!
head.insertBefore = function (newElement, referenceElement) {
if (newElement.href &&
newElement.href.indexOf('//Fonts.googleapis.com/css?family=Roboto') > -1) {
console.info('Prevented Roboto from loading!');
return;
}
insertBefore.call(head, newElement, referenceElement);
};

Zuguterletzt fügen Sie den folgenden Code in die php Ihres Child-Themes ein:

/*Prevent roboto Fonts loaded by google Maps api*/
$child_theme_url = get_stylesheet_directory_uri();
wp_register_script( 'norobotofontbymaps',
$child_theem_url.'/js/norobotofontbymaps.js', 'jquery', "1", true);
wp_enqueue_script ('norobotofontbymaps');

Fazit

Google Fonts, Datenschutzgrundverordnung, Plugins, CSS Codes… Bei diesen ganzen Technologien kann einem schon mal der Kopf rauchen! Aber wenn Sie diese Anleitung nun befolgt haben, arbeiten Sie auf der richtigen Seite. Denn eines müssen Sie wissen: Google und die DSGVO verstehen sich in der EU einfach nicht. Haben Sie dies immer im Hinterkopf, wenn Sie Ihre Website konzipieren oder programmieren lassen: Bei allen Google-Implementierungen sollten Sie besonders vorsichtig sein und die Konformität mit der Datenschutzgrundverordnung doppelt und dreifach prüfen. Schließlich hilft es nicht nur, eine Datenschutzerklärung auf der Website zu präsentieren – Sie müssen auch danach handeln, vor allem wenn es um die Datenverarbeitung geht. Dabei sind die Tools von Google doch so verführerisch! Vor allem Google Fonts, die Ihnen ein vielfältiges Portfolio an Schriften zur Verfügung stellen, das nur darauf wartet, Ihre Website perfekt abzurunden.

Also haben Sie einfach ein Auge auf die technologische Dreifaltigkeit: Ihr Design, Ihre Inhalte und die DSGVO, dann kann nichts schiefgehen – wie bei der lokalen Einbindung Ihrer Google Fonts.

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