Wie erstellt man einen Krisenplan?
Auf gehts, wir steigen mit Ihnen in die Praxis und sogleich in die wichtigste Basis ein: die Erstellung eines Krisenplans. Im Krisenfall ist es hierfür bereits zu spät: Als Unternehmer müssen Sie Ihre Strategien bereits vor Eintritt des Worst Case konzipiert haben. Kurzum: Sie müssen sich nicht nur um Ihre Krisenprävention kümmern, sondern auch Ihr Krisenkommunikationshandbuch fertig geschrieben haben, um für den Notfall gewappnet zu sein.
Ihr Notfallplan ist sozusagen die Backup-Strategie für ihr Unternehmen. In diesem legen Sie fest, wie vorzugehen ist, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten. Durch diese proaktive Strategie greifen Sie nicht nur dem Krisenfall vor, sondern können die Fortführung des Geschäftsbetriebes sicherstellen.
Ein Krisenplan kann auf verschiedenen Ebenen und Hierarchien Ihres Unternehmens erstellt werden. Doch besonders Ihre Führungskräfte sollten Notfallpläne für alle Situationen erstellen, die das gesamte Unternehmen betreffen könnten.
Dabei vor allem wichtig: Für jedes Szenario sollten Sie die Eintrittswahrscheinlichkeit und den Schweregrad bewerten, um die Pläne akkurat kategorisieren zu können.
Liste der Risiken erstellen
Als allererstes sollten Sie eine Liste aller Risiken erstellen, die Einfluss auf Ihr Unternehmen haben können – am besten auf Geschäfts-, Abteilungs- oder Programmebene. (Denken Sie an den Hacker-Angriff!) Als Unterstützung kann hierbei ein Brainstorming mit allen Beteiligen dienen.
Abwägung von Schwere und Eintrittswahrscheinlichkeit
Im nächsten Schritt sollten Sie für diese definierten Risiken die Eintrittswahrscheinlichkeit und die Folgen bewerten. Denn denken Sie daran: Nicht für jedes Risiko müssen Sie einen Notfallplan erstellen. Ermitteln Sie, ob es bei manchen Risiken nicht auch ausreicht, passende Strategien zu entwickeln, anstatt für diese den Krisenfall zu deklarieren.
Bewerten Sie somit die einzelnen Risiken anhand des Schweregrades der Folgen und der Wahrscheinlichkeit. Hierbei hilft eine Einteilung in hoch, mittel und niedrig.
Wichtige Risiken erkennen und Notfallpläne erstellen
Beteiligten in der Pflicht, zu entscheiden, wo eine Grenze zu ziehen ist. Sobald Sie definiert haben, welche Risiken wichtig sind, sollten Sie für diese einen Notfallplan erstellen.
Dieser Plan sollte alle Schritte enthalten, die Unternehmen einhalten müssen, um in den normalen Geschäftsbetrieb zurückzukehren. Dafür ist es essenziell, dass der Plan Infos zum Auslöser, die ihn in Gang setzen, die unmittelbare Reaktion, wer involviert und informiert werden soll, die Hauptverantwortlichkeiten und Handlungsanweisungen sowie der Zeitrahmen für die Reaktion, beinhaltet.
Notfallplan genehmigen lassen, weitergeben und pflegen
Stellen Sie unbedingt sicher, dass Ihre Notfallpläne von den relevanten Führungskräften gesichtet und genehmigt werden. Nur so können im Krisenfall alle Maßnahmen sofort auf den Weg gebracht werden. Auch die richtigen Personen müssen die Pläne erhalten, damit Sie sicherstellen, dass alle wissen, was zu tun ist. Dafür empfiehlt sich die Speicherung des Plans an einem zentralen Ort, auf den alle zugreifen können.
Sind die Notfallpläne erst einmal erstellt, ist die Arbeit von Ihrem Krisenmanagement noch nicht beendet: Prüfen Sie die Pläne regelmäßig auf Aktualität, prüfen Sie neue Risiken und Möglichkeiten und erstellen Sie nach Bedarf auch neue Notfallpläne.